Nina George
Writer and Honorary President of the European Writers' Council (EWC).
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Wer auf Facebook, TikTok und Instagram einen Link zu einem ein Angebot außerhalb der Plattform postet, der wird sofort bestraft: mit weniger Reichweite, weniger Sichtbarkeit, weniger Publikum. Manche Plattformen (z. B. Instagram) verbieten solche Links in Beiträgen gleich vollständig (und erlauben nur „Link in Bio“).
Um unsere Aufmerksamkeit ganz an sich zu fesseln, hat Big Tech seine Plattformen in digitale Gefängnisse verwandelt. Die Bundesländer haben jetzt die Chance, uns daraus zu befreien: Im Entwurf des Digitalen Medienstaatsvertrags planen sie immerhin, die Benachteiligung bestimmter Inhalte zu verbieten. Doch das geht nicht weit genug.
Wir fordern: Outlinkfreiheit für alle!
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Plattformen müssen ihren Nutzern ermöglichen, auf allen Ebenen Outlinks zu setzen – in Texten, Bildern, Videos. Diese Links müssen direkt zu den angebotenen Inhalten außerhalb der Plattform führen, Plattformen dürfen Nutzer nicht im In-App-Browsern weiter gefangenhalten.
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Die Outlink-Diskriminierung muss für alle Inhalte verboten werden: Das Nicht-Diskriminierungsgebot des § 94 Digitale Medienstaatsvertrag darf sich nicht nur auf journalistisch-redaktionelle Angebote beschränken, sondern muss auf alle Inhalte – Websites von Vereinen und Initiativen, Blogs, Podcasts, Kulturschaffende, kleine und mittlere Unternehmen, Bildung und Wissenschaft, private Nutzer*innen – erweitert werden.
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Keine algorithmische Bestrafung von Links: Plattformen und Intermediäre mit großer Marktmacht dürfen Inhalte mit externen Links nicht mehr in Reichweite, Sichtbarkeit oder Auffindbarkeit benachteiligen – ohne Ausnahme und ohne Hintertürchen.
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Wirksame Kontrolle durchsetzen: Die Einhaltung der Outlinkfreiheit muss wirksam überwacht und bei Verstößen konsequent sanktioniert werden – unabhängig davon, wer verlinkt. Das bedeutet auch einen unabhängigen, freien Zugang für Wissenschaft und Forschung, um die Wirkungsweise von Algorithmen transparent nachzuweisen.
Das offene Internet ist ein demokratisches Gut. Jede Stimme zählt – egal ob sie aus einer Redaktion, einem Atelier oder einem Wohnzimmer kommt. Zeichnet den Digitalen Medienstaatsvertrag nur mit voller Outlinkfreiheit für alle!
Stell dir vor, du erzählst deinen Freund*innen von einem tollen Buch, einem Verein, einem Blog – und plötzlich verbietet Dir jemand das Wort. Genau das passiert gerade im Netz: Facebook, Instagram, TikTok und andere Plattformen benachteiligen Inhalte, die per Link auf Angebote außerhalb der Plattform verweisen – sogenannte „Outlinks“. Entweder lassen sich solche Links gar nicht setzen (etwa in Instagram-Posts). Oder der Algorithmus straft uns ab und zeigt Posts nur noch selten an, wenn sie auf die eigene Website, den Podcast, die Bürgerinnen-Initiative oder den Kulturverein verlinken. Das bedeutet: Keine Reichweite, keine Klicks – und ein Post erreicht fast niemanden mehr!
Das ist kein Zufall, sondern Geschäftsmodell: Plattformen halten uns, unsere Gedanken und Inhalte bei sich gefangen. Jeder Klick, der weg von der Plattform führt, entzieht ihnen Daten und Aufmerksamkeit und generiert weniger Werbeeinnahmen. Deshalb unterdrücken Plattformen gezielt Links nach außen – und mit ihnen alle Menschen, die im Netz unabhängig sein wollen: Blogger*innen, Kreative, kleine Unternehmen, Vereine, Bildungsträger, Initiativen und ganz normale Nutzer*innen.
Das beschädigt unsere Demokratie und unsere Meinungsvielfalt. Weil nur noch sichtbar ist, was innerhalb der Monopol-Plattformen passiert, ist das ehemals offene Internet zu einem Gefängnis geschrumpft. Links sind so etwas wie das Lebenselixier des Internets.
Jetzt werden die Bundesländer tätig – aber nur halbherzig: Die Rundfunkkommission der Länder verhandelt derzeit den Digitalen Medienstaatsvertrag. Der Entwurf des §94 verbietet immerhin erstmals großen Plattformen und Medienintermediären, journalistisch-redaktionelle Angebote durch die Benachteiligung von Verlinkungen zu diskriminieren. Das ist ein wichtiger erster Schritt – aber er reicht nicht. Eine Tageszeitung dürfte nach diesem Entwurf zwar künftig unbenachteiligt verlinken. Die Bürgerinitiative um die Ecke, der Solo-Selbstständige mit seiner Website, der Verein, die Künstlerin, der Podcast ohne Redaktionssiegel – sie alle aber bleiben im Digitalknast gefangen.
Wir sagen: Ein freies Internet für wenige ist kein freies Internet. Alle sollen die Freiheit haben Inhalte zu verlinken, ohne dafür bestraft zu werden.
SaveSocial hatte seit seiner Entstehung den digitalen Freiheitsentzug und die digitale Gefangennahme der Nutzer („Lock-In“) durch die Monopolplattformen zu einer zentralen Forderung gemacht. Ein erster Erfolg war die Aufnahme unserer Forderung der Befreiung der Outlinks in die Koalitionsvereinbarung. Jetzt haben wir die einmalige Chance, das Netz in seiner Substanz zu ändern – und einen echten Schritt zu machen, bei der wir in einer zentralen Dimension die digitale Gefangennahme beenden und die Fremdbestimmung und Bevormundung der Nutzer durch die Tech Konzerne zu stoppen. Dafür sollten wir jetzt mit allen Mitteln kämpfen. Der Ball liegt direkt vor dem Tor: Jetzt dürfen wir nicht lockerlassen, bis dieser Punkt konsequent und ohne Abstriche umgesetzt wird.
Writer and Honorary President of the European Writers' Council (EWC).
Writer, director, musician, artist
Mitgründer Karma Capital & Neue Narrative
Singer
Direktor Paper Trail Media GmbH
Autor & Moderator
Gründer der Stiftung Gesunde Erde-Gesunde Menschen
Regional Director of ver.di Hamburg and Deputy Chair of the NDR Broadcasting Council
Schriftsteller
Author and media studies scholar
Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit a.D.
Fotografin und Geschäftsführerin FREELENS e.V.
Geschäftsführende Vorständin Campact e.V.
Geschäftsführerin Bonn Institute
Direktor Digitale Entwicklung, Zentral- und Landesbibliothek Berlin
Fotograf
Regisseur
Universität Innsbruck, Mitglied ZDF Verwaltungsrat
Scientists for Future
Geschäftsführender Gesellschafter Bonn.digital
German Journalists’ Association (DJV)
Author
HTWK Leipzig
Tech blogger
Gründer Ossrox UG
Journalistisches Seminar Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Journalist & Mitgründer Podcast-Radio detektor.fm
Autor und Kabarettist
Kinderbuchautor, Illustrator
Director Think Tank SZ-Institut
Managing Director, Bonn.digital
Podcaster
Datenjournalist, Geschäftsführer Datenfreunde GmbH
Kommunikationswissenschaftler, Sprecher des ZeMKI, Universität Bremen
Sprecher Präsidiumsarbeitskreis „Digitale Souveränität“ der Gesellschaft für Informatik e.V.
Gründer Good News Magazin
Co-founder of Save Social
Studio Poyo
Studio Poyo
Wir fordern: Die Bundesregierung soll X sofort verlassen und auf offene, gemeinwohlorientierte Plattformen wechseln.
Demokratiestärkende Angebote müssen ausgebaut werden, demokratieschädliche Plattformmonopole sollten ihre massiven Privilegien umgehend verlieren.